Das LinkedIn-Profil als Aushängeschild

von | Aug 16, 2019

Recruiter und Personaler informieren sich über potenzielle Kandidaten längst nicht mehr nur anhand der Bewerbungsunterlagen oder in Vorstellungsgesprächen. Auch LinkedIn wird mehr und mehr zum Recherche-Tool. Ein paar Tipps, wie Sie Ihr LinkedIn-Profil optimieren und zu Ihrem persönlichen „Aushängeschild“ machen.

Detailliert und zielorientiert

Zunächst sollten Sie sich Gedanken darüber machen, was Sie mit Ihrem LinkedIn-Profil erreichen wollen. Sind Sie aktuell oder in naher Zukunft auf Jobsuche? Möchten Sie Präsenz auf dem Kanal zeigen und sich informieren, Kontakte knüpfen und sehen, wer dort vertreten ist?
Wer nicht nur passiv auf LinkedIn vertreten sein möchte, sondern auch repräsentativ, sollte sein Profil möglichst detailliert gestalten: Je ausführlicher Sie Ihren Werdegang und Ihre Fähigkeiten beschreiben, desto interessanter wird Ihr Profil. Potenzielle Neukontakte – ob mögliche Arbeitgeber, Recruiter oder Kollegen – gewinnen so einen Einblick in Ihr berufliches Schaffen. Ein professionelles Profil, einschließlich eines seriösen Fotos, ist wie ein Online-Lebenslauf, der Sie als Arbeitnehmer repräsentiert.

Der Reihe nach: Der erste Eindruck

Das erste, was Besucher Ihres Profils sehen, ist Ihr Profilbild. Dieses sollte Professionalität ausstrahlen und im besten Falle von einem Berufsfotografen gemacht worden sein. Schnappschüsse aus dem Urlaub oder aus dem Hobby- und Freizeitbereich sind auf LinkedIn als Businesskanal fehl am Platz.
Neben dem Profilbild wird der erste Eindruck auf LinkedIn stark vom Profilslogan bestimmt. An dieser Stelle machen Sie erste Angaben zu Ihrer Qualifikation:

Bildunterschrift: Ein Blick auf Slogan und Zusammenfassung zeigt, wer Maria Kuosa ist und gibt einen persönlichen ersten Eindruck.

Der Slogan ist eine Pflichtangabe. Die Zusammenfassung dagegen ist freiwillig, zeigt aber, dass Sie sich Gedanken zur Gestaltung Ihres LinkedIn-Auftritts gemacht haben und bietet Ihnen die Möglichkeit der Personalisierung (ein gelungenes Beispiel hierfür ist das Profil von Maria Kuosa). Je nach Berufsfeld, in dem Sie sich bewegen, kann diese Zusammenfassung auch persönlicher gestaltet werden. In gehobeneren Positionen allerdings ist Seriösität und Sachlichkeit ratsam. Es gilt: Lieber overdressed als underdressed.

Details vermitteln Kompetenz: Lebenslauf und Fähigkeiten

LinkedIn ist eine Business-Plattform – entsprechend steht die berufliche Laufbahn im Fokus. Welche Ausbildung haben Sie? Welche Stationen liegen auf Ihrem bisherigen beruflichen Weg hinter Ihnen? Auch Auslandsaufenthalte und damit möglicherweise optimierte Sprachkenntnisse sind heutzutage von immer größerer Bedeutung. Ab einer bestimmten beruflichen Position sind fundierte Englischkenntnisse zum Beispiel unabdinglich. Allerdings ist eine realistische Selbsteinschätzung der Sprachkenntnisse an dieser Stelle Grundvoraussetzung.
Die genaue Beschreibung der Tätigkeiten, die Sie in einer bestimmten Position ausgeübt haben, ist ebenfalls wichtig für ein repräsentatives LinkedIn-Profil. Das Profilbeispiel von Maria Kuosa verdeutlicht, wie eine ausführliche und detaillierte Tätigkeitsbeschreibung aussehen kann:

Im Rahmen der Tätigkeitsbeschreibung können auch besondere Leistungen oder Projekte, die Sie im Rahmen einer bestimmten Stelle vorangetrieben oder geleitet haben, erwähnt werden.

Als „Bonbon“ können Sie Fähigkeiten angeben, die Sie auszeichnen, welche durch Ihre Kontakte bestätigt werden können, zum Beispiel der Umgang mit speziellen Bildbearbeitungsprogrammen oder Personalführung. Hier gilt: Weniger ist mehr. Aus Headhunter-Perspektive fragt man sich bei 30, 40 oder mehr Empfehlungen, weshalb der Kandidat so viele Bestätigungen „nötig“ hat. Ein detaillierter Lebenslauf ist da bedeutend aussagekräftiger.

Bildunterschrift: Auch Zertifikate oder Leistungsnachweise wie dieses können ein LinkedIn-Profil aufwerten.

Liken, teilen, kommentieren: Ein schmaler Grat

Ein gelungenes LinkedIn-Profil zeichnet sich auch durch Interaktion aus: Liken, Teilen, Kommentieren und eigene Beiträge Verfassen sind Basiselemente aller Social-Media-Kanäle. Allerdings gilt auf businessorientierten Plattformen: Wenn man sich auf beruflicher Ebene begegnet, sind Religion und Politik tabu. Die politische Einstellung oder Religionszugehörigkeit des anderen zu kennen, ist in diesem Kontext irrelevant.
Bei tagesaktuellen Themen, die zwar wirtschaftlich und für Ihre Branche von Bedeutung sind, aber eher negativ assoziiert werden (beispielsweise der Diesel-Skandal), ist mindestens Vorsicht geboten, was die Auseinandersetzung damit auf LinkedIn angeht. Ist ein Profil durchweg mit negativen Kommentaren und Beiträgen gefüllt, kann man leicht zu der Vermutung kommen, dass der Profilinhaber auch im beruflichen Alltag eine ähnlich negative Einstellung an den Tag legt. Um ein repräsentatives, positives und ansprechendes Profil aufzubauen, sollte man also von allzu negativen Nachrichten bzw. Bewertungen Abstand zu nehmen.

Zu guter Letzt: Der Sprachstil

Etwas, das mir im Alltag als Recruiter immer wieder begegnet, ist die Formulierung von Erfahrungen und die Darstellung der beruflichen Laufbahn in der dritten Person. Ein LinkedIn-Profil ist wie ein online einsehbarer Lebenslauf, den Sie aus der Ich-Perspektive formulieren. Man darf also durchaus persönlich kommunizieren und seine Stärken und Leistungen hervorheben.